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Montag, 19. September 2011

Serie Teil 2: Vibramsohlen, Heel Fit Control (HFC) und neoprengefütterter Schaft

Vibramsohlen, Heel Fit Control ("HFC") und neoprengefütterter Schaft ("NeoShaft")

Nachdem wir uns im ersten Teil der Serie die verschiedenen Certech-Versionen, die Isolierung und die Texon-Innensohle von Lundhags Schuhen angeschaut haben, widmen wir uns jetzt den Sohlen, dem HFC-System und dem neoprengefütterten Schaft der Lundhagsstiefel.

Freitag, 17. Juni 2011

Serie Teil 1: Certech Zellgummibasis bei Lundhagsstiefeln

Die "Certech" Zellgummibasis, Isolierung und die Texon-Innensohle mit Stahlgelenk

 

Certech
Certech® (kurz für „Cellular Rubber Technology“) ist eine spezielle Zellgummiart, die bei den Lundhagsstiefeln die charakteristische Basis des Schuhs bildet. Dazu wird eine besondere Gummimischung mit unzähligen Mikroluftblasen aufgeschäumt, sodass das leichte, flexible, äußerst robuste und dabei vollkommen wasserdichte Certech® Material entsteht. Die im Zellgummi eingeschlossenen Mikroluftblasen verleihen dem Schuh einzigartige Isolationseigenschaften. Certech ist besonders widerstandsfähig und pflegeleicht.
Es gibt verschiedene Versionen des Certech®-Materials (2,0–5,0), die sich hinsichtlich der Materialstärke unterscheiden. Höhere Versionsnummern stehen für die dickere und dadurch stabilere und wärmere Variante von Certech®. Lundhags verwendet den Begriff „Certech“ jedoch nicht nur für das Gummimaterial sondern für alle Bestandteile der Schuhbasis: Den Zellgummi (Bild 1), das Innenfutter (Bild 6), Isolationsmaterial und Dämpmaterial (Bild 3) und die Bindesohle (Bild 2).

Querschnitt durch einen Lundhagsstiefel: (1):Certech Zellgumi, (2):Texon t70 Bindesohle, (3):EVA, (4):Vibram Traction Sohle, (5)Beta-Fit Wollfilzsohle, (6) Microfaser-/Spaltlederfutter. Foto: Lundhags (bearbeitet!)

Ausführliche Beschreibung der Certech®-Versionen, der Innensohle und „EVA“:

 

CERTECH® 2.0:

Spaltlederfutter direkt am Fuß an der Schuhinnenseite; 3,0 mm Certech Zellgummi; Bindesohle aus Texon T70. Zusätzliche Isolierung und Dämpfung unter der Bindesohle durch 6 mm EVA.

CERTECH® 3.0:

Spaltlederfutter direkt am Fuß; 3,5 mm Certech Zellgummi und eine Bindesohle aus Texon t70. Zusatzisolierung und Dämpfung unter der Bindesohle mit 6 mm EVA.

CERTECH® 3.5:

Microfaser direkt am Fuß, 3,0 mm Zellgummi, Bindesohle aus Fasermaterial. Zusatzisolierung und Dämpfung unter der Bindesohle mit 4 mm EVA.

CERTECH® 4.0:

Spaltlederfutter oder Mikrofaser direkt am Fuß. mit 3,5 mm Zellgummi und Bindesohle aus Texon t70. Zusatzisolierung und Dämpfung unter der Bindesohle mit 6 mm EVA.

CERTECH® 5.0:

Spaltlederfutter oder Mikrofaser direkt am Fuß. 3,5 mm Certech Zellgummibasis  und eine Bindesohle aus Texon t70. Zusatzisolierung und Dämpfung unter der Bindesohle mit 6 mm EVA.
Certech-Zellgummibasis

INNENSOHLE Texon t 70

Die Innensohle bildet sozusagen den sichtbaren Schuhboden. Bei den Lundhagsstiefeln besteht diese aus dem 3 mm dicken Texon t70 Material, einem speziellen Fasermaterial, welches über einen Polymerkern mit integrierten Stahlgelenken verfügt. Dies sorgt für eine hohe Stabilität des Schuhs und eine höhere Verdrehsteifigkeit. Zusätzlich stellt die Innensohle eine zusätzliche Isolation dar.

EVA

EVA wird bei Lundhagsstiefeln zwischen der Vibram Schuhsohle und der Texon t70 Innensohle verbaut. EVA  (kurz für Ethylen-Vinylactat) ist ein hochwertiger Schaumstoff und besitzt hervorragende Isolationseigenschaften. Zudem ist EVA reiß- und rutschfest und nimmt keine Feuchtigkeit auf. EVA ist eine außerordentlich flexible Kunststoffsorte die gegenüber herkömmlichen Kunststoffen eine erhöhte Elastizität, Witterungs- und Spannungsbeständigkeit bei gleichzeitig geringem Gewicht und optimalen Dämpfungseigenschaften aufweist.

Weitere Links:

Mittwoch, 15. Juni 2011

Serie: Aufbau & Material von Lundhagsschuhen

Neue Serie: Aufbau und Material von Lundhagsstiefeln

Lundhags Schuhe werden aus bis zu 68 unterschiedlichen Teilen in Handarbeit von Schuhmachern gefertigt. In diesem Zusammenhang finden sich jede Menge Fachbegriffe und Materialbezeichnungen in diversen Produktbeschreibungen. Oft werden diese nicht ausreichend erklärt und stiften Verwirrung.    
Querschnitt durch einen Lundhagsstiefel (Foto: Lundhags)

Was also genau ist ein Schuhleisten, Certech oder das Heel-Fit-Control System?

Um dieses Begriffs-Wirrwar etwas zu beheben, sollen in dieser Serie die wichtigsten Bestandteile eines Lundhags Trekkingschuhs sowie damit zusammenhängende Material- und Teilbezeichnungen wie z.B. "Schuhleisten", "Certech", "Innensohlen" & co. kurz und verständlich erklärt und erläutert werden. Die Beiträge werden nach und nach verfasst und hier dann verlinkt.

 Beiträge der Serie "Aufbau von Lundhagsstiefeln":

Externe Links:




Dienstag, 14. Juni 2011

Zwiebelschalenprinzip bei Lundhags

Zwiebelschalenprinzip bei Lundhags

Die einzenen Schichten einer Zwiebel.


Das aus der Funktionsbekleidung bekannte (Zwiebel-)Schalenprinzip wendet Lundhags konsequent auf Schuhe an:

Der Lundhagsstiefel selbst fungiert als 3. und äußerste, robuste Schutzschicht, das von herkömmlichen Membranschuhen bekannte (Membran-)Innenfutter fällt weg und wird durch mehrere übereinander getragene Paar Socken und optionale Woll-Einlegesohlen ersetzt. Dadurch lässt sich die Innenfütterung an die individuellen Erfordernisse in Bezug auf Wetter, Temperatur und pers. Geschmack anpassen. Im Winter beispielsweise werden 2-3 dicke Wollsocken übereinander getragen, im Sommer reicht dann ein dünnes Sockenpaar. Der große Vorteil liegt dabei in der großen Flexibilität der Schuhe, Lundhags selbst schreibt dazu:
Niemand würde sich nur im leichten T-Shirt bekleidet oder nur mit einer dick gefütterten Jacke auf eine Wanderung begeben – weshalb sollte man in Stiefeln losziehen, die man nicht je nach Wettersituation variieren kann

Hohe Qualität durch das Zwiebelprinzip

Bei der Herstellung der Schuhe wird auf alles überflüssige verzichtet, aller Schnickschnack und alles Trendige fällt weg. Die volle Konzentration liegt auf der Qualität und Funktionalität des Außenschuhs. Dazu kommen bewährte, ausgiebig getestete Materialien zum Einsatz, alles andere ist fehl am Platz. Der Lundhags Syncro besteht aus 68 verschiedenen Teilen, dies stellt hohe Anforderungen an den Schuhmacher, bringt aber entscheidende Vorteile für den, der den Stiefel trägt: Ist ein Teil verschlissen oder beschädigt kann es von Lundhags einfach ausgetauscht und ersetzt werden. Ein Lundhagsschuh muss daher nur äußerst selten ersetzt werden (Vgl. Lundhags & Nachhaltigkeit) und hält ohne Probleme 10,15 oder gar 20 Jahre. Bei Membranschuhen ist das nicht der Fall, eine beschädigte Membran ist nicht reparierbar.

Lundhagsschuh vs. Membranschuh

Bei richtiger Pflege ist ein Lundhags-Schuh mindestens genauso wasserdicht wie ein Membranschuh, bietet gleichzeitig aber große Vorteile: 
Zum einen altern Membrane teils sehr schnell und werden an stark beanspruchten Stellen (z.B. Knickbereich am Knöchel etc.) spröde und undicht, zum anderen muss auch ein Membranschuh gepflegt und imprägniert werden - dies geht oft auf Kosten der Atmungsaktivität, die Dampfdurchlässigkeit der äußeren Schuhschichten wird verringert und Flüssigkeit sammelt sich im eingenähten Innenfutter des Schuhs. Vor allem auf langen Wandertouren trocknet der Schuh dann kaum noch richtig ab und es ist fast unmöglich den Schuh richtig trocken zu bekommen. Mit Lundhags-Stiefeln wird einfach ein frisches Paar Socken angezogen und man hat wieder angenehm trockene Füße.


Serie: Aufbau und Material von Lundhagsschuhen